Chronik des Kindergartens

Im Jahr 1997 übernahm der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes in Dülmen die Trägerschaft eines Kindergartens.
DIESER KINDERGARTEN WAREN WIR! 
Mit 45 Kindern - aufgeteilt in Sonnen- und Mondgruppe- zogen wir in das alte Vereinshaus der TSG Dülmen, samt Clubraum und Hausmeisterwohnung ein. 12 Jahre haben wir uns dort sehr wohl gefühlt, in diesem Haus für Kinder, mit seiner eigenen Atmosphäre und seinem ganz besonderen Charme. 

2008 verhandelte der DRK- Vorstand mit der Stadt Dülmen, denn 1. gab es einen leerstehenden Kindergarten in unserem Einzugsgebiet und 2. war es der Wunsch der Stadt Dülmen ein erweitertes Platzangebot für Kinder im Alter von unter drei Jahren zu schaffen. Eine spannende Zeit begann für alle Beteiligten. Und tatsächlich sollte es so sein, dass wir den Mietvertrag in unserem Haus kündigten und in den „alten“ St. Joseph- Kindergarten einzogen. Mit dem vermehrten Einzug der Kinder unter 3 Jahren in die Kitas, bedingt durch das KiBiz, wären wir in dem Gebäude an der Nordlandwehr nicht mehr konkurrenzfähig geblieben. Im ehemaligen St. Joseph- Kindergarten, in dem früher 100 Kinder in vier Gruppen betreut wurden, sollten wir nun mit 55 Kindern, im Alter von 0,4 Jahren bis zum Schuleintritt, aufgeteilt auf drei Gruppen, untergebracht werden.

Mit viel Freude und Elan bereiteten wir uns auf diese Herausforderung vor: Der Umbau wurde geplant, Wandfarben ausgesucht, Fortbildungen zum Thema „U3“ besucht, in anderen Einrichtungen hospitiert, neue Kolleginnen gesucht, die Konzeption neu entwickelt, Kataloge gewälzt um Spielmaterial und Mobiliar bestellen zu können, der Wildwuchs um unser „Dornröschenschloss“ in Elternarbeit gezähmt, Kisten und Kartons gemeinsam gepackt und die Tage bis zum Umzug gezählt. Und dann, am letzten Juniwochenende 2009 zogen wir mit einem weinenden Auge aus dem alten Gebäude aus, und mit einem lachenden Auge ins neue Gebäude ein.

Unser „neues- altes“ Gebäude ist ein Haus, dass 1970 erstmals seine Türen  als katholischer St. Joseph- Kindergarten öffnete und 2007 aus verschiedenen Gründen geschlossen wurde. Dieses große Gebäude beherbergt nun Kinder in der Sonnen- und Mondgruppe sowie 10 Sternchen, unsere Jüngsten.

Neben den drei Gruppenräumen gibt es drei Nebenräume. Alle Räume können von allen Kindern genutzt werden. Die Nebenräume werden  nach den individuellen Bedürfnissen der Kinder immer mal wieder umfunktioniert (Beispiele: Rollenspielbereich, Snoezelraum, Bällchenbad, Bücherei, ...). Es gibt eine große Eingangshalle, zwei Schlafräume, eine Turnhalle und eine Küche inklusive Kinderküche. Besonders schön ist unser riesiges Außengelände mit vielen Sträuchern und  alten Obst- und Kletterbäume, die  im Sommer gleichzeitig herrliche Schattenspender sind. Das Zauberwäldchen ist ein besonderes Highlight für Groß & Klein. Im September 2009 feierten wir dann ein kleines Einzugsfest und unseren Namenstag! Nachdem viele Eltern, Kinder und Erzieher sich an dem Wettbewerb „Wir suchen einen Namen für unseren Kindergarten“ beteiligt hatten, wurde an diesem Tag die im August gefällte Entscheidung bekannt gegeben. Eine besondere Aufregung war die Enthüllung des, passend zum neuen Logo, gestalteten Namen. Es zeigt neben Wolken und Natur auch Kinder. Eines sitzt im Rollstuhl als Zeichen dafür, dass wir inklusiv arbeiten. Den pädagogischen Alltag mit Menschen zu gestalten, die einen besonderen Förderbedarf haben, liegt uns sehr am Herzen. 

2013 stand die Umgestaltung des Außengeländes an. Der Abriss der alten Spielgeräte war nötig, da sie den Sicherheitsbestimmungen nicht mehr entsprachen (morsches Holz, ...). Es sollte ein Außenspielgelände geschaffen werden, welches von allen 60 Kindern gleichermaßen genutzt werden kann, also komplett „U3“- tauglich ist. So wurde ein riesiger Erdhügel mit integrierter Rutsche angelegt, eine neue Doppelschaukel aufgebaut, eine Wasserpumpe mit Wasserleitbahnen gefertigt und ein riesiges Piratenschiff namens „Wilde Molly“  angefertigt. Dieses Schiff entwarfen die Kinder selber. Sie malten Bilder, entwarfen Skizzen, packten diese in einen riesigen Briefumschlag und schickten ihn zur Tischlerei. Der Schreiner samt seiner Kollegen freute sich über diesen Auftrag: „Endlich mal etwas anderes!“ Sie bauten dieses tolle Schiff und kletterten noch spät abends vor dem Einweihungsfest über den Kindergartenzaun, um einen Mast anzuschrauben. „Es gibt doch kein Piratenschiff ohne Fahnenmast :-)“ Am kommenden Tag feierten wir eine Schiffstaufe nach originalem Brauch in Verbindung mit einem Piratenfest. Das Fest war sehr gelungen und besonders bemerkenswert war das von den Kindern gestaltete Piratenmuseum. Es wurde von allen Gästen immens gelobt. Man konnte sich hier über das Leben der Piraten informieren und zahlreiche Kunstwerke bestaunen. 

2011 setzten wir uns mit dem pädagogischen Ansatz „Early Excellence“ auseinander, einem aus England kommenden, stärkenorientierten und familiennahen Ansatz. Als unsere Fachberaterin uns diesen Ansatz vorstellte waren wir uns im gesamten Team direkt einig, dass unsere eigene Haltung und Wertevorstellung ganz diesem Ansatz entspricht. Wir wollten uns gern auf den Weg machen und diesen Ansatz weiter ausbauen, ihn konzeptionell etablieren. Wir waren so motiviert und bekamen alle Unterstützung vom Träger die wir brauchten, dass wir 2015 sogar zertifiziert werden konnten. Ein voller Erfolg!

Das nächste Highlight ließ nicht lange auf sich warten: Ende 2015 begannen die ersten Arbeiten für unseren Anbau. Wir sollten eine 4. Gruppe bekommen und im gleichen Zuge eine größere Küche, 3 neue Schlafräume, einen weiteren Wickelraum, ein neues Büro und einen neuen Personalraum. Es wurden Wände  versetzt, angebaut,...alles im laufenden Betrieb. Eine anstrengende Zeit mit schönem Ergebnis. Im Januar 2017 feierten wir die Fertigstellung als Baustellenparty und freuten uns über die gelungene Erweiterung des Kindergartens. Nun betreuen wir 80 Kinder in 4 Gruppen: Sonnen-  Mond- und Sternengruppe und die Wölkchengruppe (jetzt unsere Jüngsten).

 

Stillstand ist bei uns jedoch ein Fremdwort. Nach einigen Planungsgesprächen zwischen den Trägervertretern des DRK- Ortsvereins Dülmen und den Jugendhilfeplanern der Stadt Dülmen im Jahr 2017 wurde überlegt, ob wir bereit wären die Trägerschaft eines weiteren, neuen Kindergartens in Dülmen zu übernehmen, der dann im Sommer 2019 fertig gestellt sein würde. Eine interessante und spannende Aufgabe die sehr reizvoll klang. So sagten wir „Ja!“, und bekamen auch den Zuschlag, denn 2 DRK- Kitas in Dülmen sind schon attraktiv. Bis zur Fertigstellung des neuen Gebäudes (Bauherr ist der Herzog von Croy) zogen 9 Kolleginnen des Wolkenlandes in eine provisorische Übergangskita im Kasernengelände um dort zwanzig U3 Kinder zu betreuen. Für den Juni 2019 ist dann der Umzug in das neue Gebäude am Bahnhof geplant. Dort werden künftig 75 Kinder in der DRK- KITA- VITA betreut. Für das gleiche Jahr ist hier im Wolkenland ein Gartenjahr geplant. So soll ein neues Holzhaus gebaut werden, welches als größere Kinderwerkstatt dient, eine überdachte   „Freiluft- Outdoor- Werkstatt“ , der Spielhügel soll weiter bepflanzt werden, der „Schokoladenberg“ (der Matschberg der Kinder) wieder neu angelegt werden usw. Stillstand? Nein, dass ist nichts für uns! :-)