Unser Konzept: Early Excellence

Der Early Excellence Ansatz besteht aus dem Bildungsverständnis und den pädagogischen Strategien der ErzieherInnen. Dieser Ansatz sieht das Kind als neugieriges und wissbegieriges Wesen, welches sich die Welt erklären möchte. Es verfolgt seine Interessen und lernt schnell.

Das Kind steht in einem Bildungsprozess mit seiner Umwelt und dem sozialen und kommunikativen Kontakt zum Erwachsenen. Die geistige und gefühlsmäßige Verarbeitung seiner Lernerfahrungen verarbeitet nur das Kind selbst, unabhängig von den Bewertungen eines Erwachsenen.

Was das Kind tut ergibt nicht immer einen Sinn für uns, jedoch meist für das Kind.

Erwachsene sollten dem Kind eine lernanregende Umwelt und Materialien bieten, welche es eigenständig entdecken kann. Durch die Kommunikation mit dem lernenden Kind, wird der ErzieherIn bewusst, welches Wissen es sich aneignet und wie die ErzieherIn bei diesem Lernprozess unterstützend handeln kann.

Zu dem Early Excellence Ansatz gehören acht pädagogische Strategien, die einen Schwerpunkt des Konzeptes darstellen. Diese beschreiben das angemessene und unterstützende Verhalten des Erziehers dem Kind gegenüber.

Schwerpunkte des Konzepts

  1. Sanfte Intervention: Warten und Beobachten in respektvoller Distanz.
  2. Kontextsensivität: Den kindlichen Kontext kennen und fähig sein, seine früheren Erlebnisse mit einzubeziehen, damit Lernprozesse an Erfahrungen anknüpfen können.
  3. Zuwendung durch physische Nähe und Mimik und damit Bestätigung des Kindes.
  4. Das Kind ermutigen, zu wählen und selbst zu entscheiden.
  5. Das Kind dabei unterstützen, angemessene Risiken einzugehen.
  6. Das Kind ermutigen, etwas zu tun, was den Erwachsenen im Ablauf selbst unklar ist.
  7. Das Kind bei diesem Experiment begleiten. Wissen, dass die Haltung und die Einstellung des Erwachsenen das Kind beeinflussen.
  8. Der Erwachsene zeigt, dass er und das Kind im Lernen Partner sind.

Im Early Excellence Ansatz sind die Beobachtungen ressourcenorientiert, praxistauglich und wissenschaftsbasiert. Das Kind wird mit seinen Stärken und Kompetenzen in den Mittelpunkt gestellt. Die Beobachtungen des Kindes in einer alltäglichen Situation durch verschiedene ErzieherInnen wird in einem Beobachtungsbogen dokumentiert. Es werden dabei beispielsweise das emotionale Wohlbefinden des Kindes, dessen Schemata und die Bildungsbereiche berücksichtigen. Anschließend kann ein individuelles Angebot für das Kind erarbeitet werden (siehe Sternstunden).

Nach Durchführung dieses Angebotes werden die Ergebnisse aus dem Angebot in den PLOD/Lernkreis eingetragen. Nach dem Angebot findet ein Austausch zwischen Personal und Eltern statt.

BezugserzieherInnen sind im Early Excellence Ansatz wichtige Ansprechpartner für das Kind. Sie bieten dem Kind Sicherheit und Orientierung. Die Kinder werden von den BezugserzieherInnen bestenfalls von der Eingewöhnung bis zum Verlassen der Einrichtung begleitet.

Die ErzieherIn nimmt eine Bindung zum Kind auf, ist verantwortlich für Beobachtungen, die Führung des Entwicklungsordners und für das Erstellen des Situationsbuches.

Voraussetzung für eine gut funktionierende Erziehungspartnerschaft ist eine gleichrangige, wertschätzende und gemeinsame Kommunikationsebene auf „Augenhöhe". Für die positive Entwicklung des Kindes ist es in erster Linie wichtig, dass Eltern in der Lage sind, das Lernen ihrer Kinder auf Grund ihrer Erfahrungen erfolgreich zu begleiten.

 

Das DRK-Wolkenland ist seit 2015 eec-zertifiziert.

Eine Re-Zertifizierung für die nächsten zehn Jahre

erfolgte im November 2019.

 

Blogbeitrag der Heinz und Heide Dürr Stiftung: WOW!-Momente mit Early Excellence

Das Wolkenland-Team ist sich einig: Das Besondere an Early Excellence ist der ganzheitliche Blick auf die Kinder und ihre Familien, auf jedes einzelne Teammitglied und alle an der Entwicklung des Kindes  beteiligten Personen. Besonders auch im Hinblick auf inklusive Arbeit ist diese Haltung sehr bedeutsam. Sie spiegelt Wertschätzung und Respekt im Miteinander wieder. Deshalb arbeiten wir seit rund 10 Jahren aus voller Überzeugung, mit Freude und Engagement nach diesem wunderbaren pädagogischen Ansatz. Wenn man seine Mitmenschen wirklich in ihrer Einzigartigkeit wahrnimmt, und das mit einem wohlwollenden, positiven Blick, ist eine gute Basis geschaffen. Ein Polster, auf dem man sich angenommen und willkommen fühlt so wie man ist. Im Mittelpunkt unseres täglichen Handelns steht das Kind mit seinen individuellen Stärken. Es ist exzellent, es entwickelt sich in seinem Tempo und erschließt sich neugierig die Welt. Für uns im Wolkenland gilt: „Kinder sind keine Fässer die gefüllt, sondern Feuer, die entzündet werden wollen!“ Eltern und Erzieher bilden eine Erziehungspartnerschaft die geprägt ist von gegenseitiger Toleranz und Akzeptanz mit dem Wunsch und Ziel, nur das Beste für das Kind zu wollen. Das zu leben, diese Haltung zu vermitteln und auch weiterzugeben ist für die Gesellschaft ein wichtiger Gewinn und findet sich in allen Ebenen des EEC-Ansatzes wieder.